Stadtleben

Das Rathaus Neuwerk

Ab 1921 Sitz der Bezirksverwaltungsstelle.

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Das Rathaus und das Postamt vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

Das erste Neuwerker Rathaus, damals noch Bürgermeisteramt genannt, wurde 1837 in zwei Zimmern des ehemaligen Benediktinerinnenklosters eingerichtet. 1858 erwarb die Gemeinde dann ein eigenes Haus an der heutigen Dammer Straße. Dieses erhielt 1884 einen westlichen und 1894 einen östlichen Anbau. Schon die beiden Erweiterungen hatten gezeigt, dass die Aufgaben der Gemeinde zunahmen, und auch nach den Anbauten war das Haus schnell wieder zu klein.

Die Bezirksverwaltungsstelle nach dem Zweiten Weltkrieg. An der Straßenecke der Eingang zur Verwaltung, am Gartentor der Eingang zur ehemaligen Dienstwohnung des Bürgermeisters.Ein neues Gebäude an der Dünner Straße sollte die Diensträume des Bürgermeisters, seiner Verwaltungsbeamten und der Polizei beherbergen. Hinzu kamen der Ratssaal im Ersten Stock sowie im hinteren Gebäudeteil die repräsentative Dienstwohnung des Bürgermeisters über zwei Etagen. Unter dem Dach wurden vier Zimmer zur Vermietung an Gemeindebedienstete eingerichtet. Im Keller kam der Kessel einer Dampfheizung zu stehen. Elektrizität wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingeplant und erst später gelegt.

Der Bau dauerte fast zwei Jahre und im Juli 1907 zog die Gemeindeverwaltung von der Dammer Straße hierher. Das alte Rathaus wurde zu Dienstwohnungen für die Gemeindemitarbeiter umgebaut.

Luftaufnahme von Neuwerk mit dem Rathaus in der oberen Bildmitte, wohl 1921.Bis 1921 beherbergte der Neubau das Rathaus. Durch die Zusammenlegung Neuwerks mit Gladbach wurde das Haus dann zur Verwaltungsnebenstelle, schließlich stand dem neuen Stadtteil Neuwerk gemäß Eingemeindungsvertrag unter Leitung eines besoldeten Beigeordneten ein Polizeiamt, ein Steueramt, ein Meldeamt, ein Standesamt, ein Armen- und Wohlfahrtsamt, eine Zweigstelle des Hoch- und Tiefbauamts, der Stadtkasse, der Städtischen Sparkasse sowie des Versicherungsamtes zu. Gefühlt hatte Neuwerk somit noch sein „eigenes Rathaus“, auch wenn hier nach dem Zweiten Weltkrieg nur noch der Bezirksvorsteher, erst für Neuwerk und seit 2009 für den Stadtbezirk Ost residiert und die Verwaltung zunehmend zentralisiert wurde. 1985 wurde das Haus an der Dünner Straße, Ecke Liebfrauenstraße unter Denkmalschutz gestellt.

Text: Dr. Christian Wolfsberger

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