Stadtleben

Das Grenzlandstadion

Vom städtischen Sport- und Spielplatz zum Sportstadion.

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Einweihung des Grenzlandstadions am 3. Juli 1960.

Der damalige Oberbürgermeister der Stadt Rheydt, Dr. Oskar Graemer, rief bei der Eröffnung des Sport- und Spielplatzes am 17. Juni 1927 alle Bürger auf, sich hier zu tummeln und im frohen und heiteren Spiel zu erfreuen. Auch wenn sich die Sportstätte nach dem Krieg zunehmend in eine wettkampfgerechte Kampfbahn mit großen Zuschauerrängen wandelte, so blieben doch Sportflächen für freies Spiel und nicht organisierte sportliche Betätigung erhalten.

Erste Überlegungen zum Bau von Sportanlagen an dieser Stelle gehen auf die Jahre 1920/21 zurück. Im Anschluss an den Sportplatz des Lehrerseminars (heute Gymnasium an der Gartenstraße) begann man im Mai 1925 mit den Bauarbeiten zur Sportanlage, die Graemer 1927 dem Publikum übergeben konnte. Die Anlage umfasste zwei Spielfelder, eine 700-Meter-Laufbahn, vier Tennisplätze und zwei Faustballplätze.

1934 wurde die städtische Anlage nach einem zwei Jahre zuvor in Hamburg im politischen Straßenkampf zu Tode gekommenen SA-Mann in „Heinz-Brands-Kampfbahn“ umbenannt. 1943 nach Bombenangriffen unbrauchbar, wurde der Sportbetrieb eingestellt und die Sportstätte faktisch aufgegeben. 1943 wurde auch das am 10. Juli 1932 eingeweihte Ehrenmal „Michael Hilf“ beseitigt und eingeschmolzen.

Tribüne des Grenzlandstadions um 1975.Nach dem Krieg wurde zuerst das Stadion des Rheydter Spielvereins wieder instandgesetzt, bevor man seit 1950 daran ging, mit Trümmerschutt aus der Rheydter Innenstadt Wälle und Hochflächen für das neue Grenzlandstadion zu gestalten. Das Oval der Sportanlage umfasste nun eine 400-Meter-Laufbahn. Auf den Wällen standen dem Publikum 25.000 Steh- und 3.000 Sitzplätze zur Verfügung, zu denen man über drei Eingänge mit Kassenhäuschen am Jahnplatz, an der Gartenstraße und der Breiten Straße gelangte. So konnte die Sportstätte am 3. Juli 1960 ein zweites Mal, nun mit dem Namen „Grenzlandstadion“, eingeweiht werden. In der Folge wurde sie um zwei Hockeyplätze erweitert.
1980 wurde das Stadion erneut umgebaut, u. a. um hier die Möglichkeit für ein überregionales Leichtathletik-Zentrum zu schaffen, welches auch dem Schulsport dienen konnte.

Pfingsten 1981 konnte das neue Grenzlandstadion eingeweiht werden. Vier neue Flutlichtmasten überragen die Anlage, die auch drei neue Umkleidegebäude erhielt. Die Lauf- und Anlaufbahnen erhielten starke Kunststoffbeläge mit ständigen Bahnmarkierungen. Die Zuschauertribüne wurde überdacht und Plätze für Rollstuhlfahrer eingerichtet. Die Zahl der Stehplätze verringerte sich durch die nun flacheren Ränge auf 8.500 auf Betonelementen sowie weitere Stehplätze auf den Naturtribünen.

Text: Dr. Christian Wolfsberger, Fotos: Stadtarchiv MG

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