Ausgehen

Schönertasche, CurryVurst und NotDog

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Kristina und Gerrit Mohr von Untervegs.

Was machen Vegetarier auf Veranstaltungen, wenn sie Hunger bekommen? Mit ein wenig Pech ist das Angebot an vegetarischem Essen so gering, dass es auf ein Stück Toast mit Ketchup hinausläuft. Mit etwas Glück gibt’s irgendwo Pommes und mit ganz viel Glück, ist das Team von Untervegs vor Ort. Wir sprachen mit Kristina und Gerrit Mohr über ihr vegetarisches Fastfood- und Catering-Angebot.

Wie ist die Idee für ein vegetarisches Fastfood- und Catering-Angebot entstanden?
Die Idee, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, hatten wir eigentlich schon seit vielen Jahren. Da wir selbst vegetarisch (Gerrit) bzw. vegan (Kristina) leben, hatten wir oft das Problem unterwegs, wie zum Beispiel auf Festivals, Stadtfesten etc., vernünftig und lecker vegetarisch oder vegan zu essen. Vor allem als Veganer hast du sehr oft schlechte Karten und findest eine eher ungenügende Auswahl an Speisen vor. Wir lieben zum Beispiel Festivals und wir lieben es zu kochen. Warum also nicht beides kombinieren? OK, Bands können wir uns auf den meisten Events nicht mehr anschauen, aber zumindest hören. Unser Fast-Food Angebot ist übrigens zu 90 % vegan, nur der Schafskäse und das Joghurt-Dressing auf unserer Schönertasche haben tierische Zutaten.

Bei euch gibt es beispielsweise Schönertasche, NotDog und CurryVurst. Was kann man sich darunter vorstellen?
Die Schönertasche ist quasi der vegetarische/vegane Bruder der klassischen Dönertasche. Der wichtigste Unterschied ist natürlich das „Fleisch“. Unser Fleischersatz besteht aus Seitan (Weizen Gluten). Der Rest ist dem der Dönertasche sehr ähnlich. Der NotDog ist unser Hot Dog und wird anstelle eines Frankfurter Würstchen mit einer Seitanwurst serviert, und die CurryVurst ist eine Bratwurst, ebenfalls aus Seitan. Seitan ist unserer Meinung nach der leckerste und beste Fleischersatz.

Auf welche Fastfood-Spezialitäten darf man sich sonst noch freuen, wenn man Euren Verkaufswagen erblickt?
Auf unseren Vrap :-) also Wrap. Ein Weizen-Tortilla-Wrap, gefüllt mit hausgemachter Soja-Bolognese, viel frischem Gemüse und einem Hauch Minze. Wir tüfteln zudem schon seit länger Zeit an einer Alternative zu einem Hamburger, sind aber immer noch nicht ganz zufrieden mit der „Bulette“...

Wie schwierig war es, Veranstalter davon zu überzeugen, auch ein vegetarisches Fastfood-Angebot vor Ort einzuplanen?
Wenn man das Konzept schlüssig und visuell ansprechend bewirbt, sind die meisten Veranstalter eigentlich sehr offen. Auch die Veranstalter bemerken ja das Umdenken unter den Besuchern, und schaden kann es ja eigentlich nie, eine breitere Palette an Speisen anzubieten.

Vegetarisches Catering wird immer öfter nachgefragtIhr wart letztes Jahr mit Eurem Verkaufswagen auf dem Horst Festival zu Gast. Ist Euer Angebot dort gut angenommen worden? Welche Reaktionen gab es seitens der Besucher und seid Ihr 2013 wieder mit dabei?
Ja, und wir werden dieses Festival garantiert niemals vergessen. Die ersten beiden Tage verliefen sehr entspannt. Zu entspannt, um ehrlich zu sein. Und dann kam Tag drei: gutes Wetter, zwei absolute Publikumsmagneten mit Cro und Kraftklub, es wurde voller und voller und wir wurden komplett überrannt. Es war super anstrengend, hat aber unglaublich viel Spaß gemacht. Beeindruckend waren übrigens auch die vielen ehrenamtlichen Helfer, sowie das Orga-Team. Viel Herzblut und sehr sympathisch. Ob wir auch 2013 vertreten sein werden, ist noch nicht sicher.

Was habt Ihr in dem einem Jahr auf Festivals und Veranstaltungen gelernt? Was macht Ihr inzwischen besser/anders?
Schwierig zu sagen. Es ist nie ganz einfach, die Wareneinkäufe zu kalkulieren, da dir logischerweise keiner genau sagen kann wie viele Leuten denn jetzt bei dir kaufen werden. Bei der einen Veranstaltung nimmst du die Hälfte wieder mit nach Hause, auf der anderen bis du schon Stunden vor dem Ende ausverkauft. Die Veranstaltungen bei denen es nicht so gut lief, werden wir nicht mehr ansteuern, ist ja logisch. Generell ist der interne Ablauf von Woche zu Woche besser geworden, da haben wir bereits viele Erfahrungen sammeln dürfen. Dazu lernen werden wir wahrscheinlich unser Leben lang.

In einem Radius von 60 Kilometern um Krefeld bietet Ihr auch ein vegetarisches/veganes Catering an. Das wird ja vermutlich kein Fastfood sein. Was steht da so auf der Speisekarte?
Ganz genau. Beim Catering bieten wir kein Fast-Food an. Es handelt sich meistens um Hochzeiten und Geburtstage. Wir haben ein breites Angebot an veganen und vegetarischen Speisen. Wir besprechen uns sehr genau mit unseren Auftraggebern, denn wir möchten gerne jeden Wunsch erfüllen, der realisierbar ist. Rote-Beete-Carpaccio, Seitan-Geschnetzeltes, Kartoffel-Sellerie-Salat, vegane Lasagne, Chili Sin Carne, exotisches Curry sind einige wenige Beispiele.

Mit wie vielen Leuten betreibt Ihr Untervegs? Könnt Ihr davon leben oder ist das (noch) ein Nebenerwerb?
Kristina und ich sind die Gründer von Untervegs. Kristina arbeitet mittlerweile vollzeit für Untervegs. Ich übe zudem noch eine „normale“ Teilzeit-Tätigkeit neben Untervegs aus. Komplett leben können wir von unserem Unternehmen noch nicht. Zudem haben wir noch Freunde und Bekannte die uns helfen. Ohne sie wäre es unmöglich. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an alle.

Was ist Euer nächstes Ziel? Mehr Verkaufswagen? Größeres Angebot? Größeres Einzugsgebiet?
Sehr gute Frage die uns sehr häufig gestellt wird. Unser Traum ist eigentlich ein  kleines eigenes Lokal irgendwo am Niederrhein. Von dort aus dann unsere Flotte von 25 Verkaufswagen zu steuern, wäre sicherlich auch nicht verkehrt. Im Ernst, so wie es bisher angelaufen ist, sind wir sehr zufrieden und wir machen alles mit Bedacht und Schritt für Schritt, denn Spaß sollte es weiterhin machen.

Untervegs – Vegan Vegetarisches Catering, Glindholzstr. 16,
47809 Krefeld, Tel. 02151/7635408, www.untervegs.de

Text: Sabrina Kirnapci, Fotos: Patrick Wenz 

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