Sport

Amateurclubs treten auf der Stelle

Im Schatten des Borussia-Parks haben es die anderen Fußballvereine Mönchengladbachs schwer.

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Borussias U23 – einst „Amateure“ genannt – und der Nachwuchs von Fortuna Düsseldorf spielen in der Regionalliga gegeneinander und sind damit nach den Profis die klassenhöchsten Teams ihrer Städte.

Fußball – Sport Nummer Eins in unserer Republik. Borussia ist ohnehin das Gesprächsthema in Mönchengladbach – zu recht mag man rufen, denn unsere Stadt ist bekanntlich eine Fußball-Stadt! Was aber kommt in Sachen Fußball eigentlich nach Borussia, wie steht es um die Amateurclubs in Mönchengladbach?

Exakt ist das nicht zu beantworten, denn jeder Club „tickt“ anders. Aber in Konkurrenz zum VfL Borussia haben es die anderen Vereine in dieser Stadt rein finanziell – und damit auch sportlich! – sehr schwer. Reine Fußballvereine sind seit vielen Jahren aufgrund ihrer Mitgliederstruktur mit zum Teil großen (und teuren) Jugendabteilungen und den verhältnismäßig geringen Mitgliedsbeiträgen nicht auf Rosen gebettet. Ehrenamtliche Mitarbeiter lassen sich nur noch selten motivieren, ähnlich ist das bei den ortsansässigen Unternehmen. Denn: Auch andere Vereine buhlen um Sponsorengeld und Spenden - und interessant ist für viele Firmen, die zahlen können und wollen, dann doch wieder die Bundesliga.

So wundert es kaum, dass die großen Zeiten des Rheydter SV, einst auf dem Sprung in die Zweite Liga und 1990 deutscher Amateur-Vizemeister, lange vorbei sind und die klassenbesten Clubs unterhalb Borussias in der Landesliga spielen. Immerhin hat der 1. FC Mönchengladbach dort noch Chancen, wieder eine Stufe höher zu klettern und nach dem eventuellen Aufstieg in der Oberliga anzutreten. Der 1. FC, nach 30 Jahren 2007 aus der Landesliga abgestiegen, setzt nicht erst seit dem direkten Wiederaufstieg auf die Jugend. Ablösesummen und Honorare für die Aktiven sind in der Landesliga nicht nur üblich, sondern zum Teil lächerlich hoch – zumindest aber völlig unangemessen, wenn man die Einnahmenseite der Clubs sieht.

Deswegen ist es auch nur logisch, dass nach Borussia als nächstes Borussia kommt! In der Regionalliga West ist Mönchengladbach mit den so genannten Amateuren des VfL vertreten, die sich richtigerweise seit Jahren nur noch U23 nennen. Der 1. FC muss im langen Schatten des Borussia-Parks das Beste aus seiner Situation machen. Studien zufolge lohnt sich eine gute Talentschmiede ökonomisch nicht, auf der Stelle treten scheint da schon eine Auszeichnung zu sein. Letztlich ist es irgendwie auch genau das, was die vielen Fußballclubs Mönchengladbachs seit vielen Jahren tun.

Text: Ingo Rütten, Foto: Bernd Rechter

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