Kultur

Hans Georg Beckers

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts schlägt in Novum Opus, dem heutigen Neuwerk, der so genannte Hexenhammer zu. Dem Irrsinn des Hexenwahns sind schon einige Frauen zum Opfer gefallen. Pater Antonius von Lövenich vom Benediktiner-kloster auf dem Gladbacher Abteiberg und der ihm stets zu seiner Seite stehende Mönch Ruprecht machen sich auf die Suche nach dem Täter ...

„Es fasziniert mich, Kriminalgeschichte und Religion spannend miteinander zu verknüpfen.“

„Auch in meinem dritten historischen Krimi, erschienen im November 2010, sind die beiden erneut die ermittelnden Hauptfiguren“, erzählt Hans Georg Beckers. Vor „Tödlicher Wahn“ veröffentlichte der gebürtige Mönchen-gladbacher die Vorgängerromane „Fehlende Mönche“ und „Gefährliche Erinnerungen“. Das ausgeprägte Interesse des promovierten Theologen an Geschichte und sein Lokalpatriotismus merkt man den in der Reihe „Niederrhein-Krimi“ erschienenen Büchern deutlich an. Sei es die Thematik der Besinnung der Benediktiner auf ihre ursprüngliche Ordensregel im Jahr 1505 oder die Judenvertreibung 1348/49 und deren Verbleib in den nächsten Jahren – die historischen Daten hat Hans Georg Beckers eindeutig belegt. Sekundärliteratur und Recherchen im Internet waren ihm hier eine sehr große Hilfe. „Nur die Handlung ist Fiktion, denn schließlich möchte ich meine Leser unterhalten“, so Hans Georg Beckers. So zeigt der Autor anhand seines eingängigen Schreibstils deutlich die menschlichen Eigenschaften mit all ihren Vorzügen und Schattenseiten auf. „Die Menschen haben vor 500 Jahren natürlich anders gesprochen als heute, aber meine Bücher sind zum besseren Verständnis in der Sprache des 20. Jahrhunderts geschrieben.“

Erst seit vier Jahren ist der pensionierte Lehrer für Englisch und katholische Religion literarisch tätig. Davor hat er aber schon mehrere Beiträge u. a. für das Rheydter Jahrbuch verfasst. Mit einem Augenzwinkern verrät Hans Georg Beckers: „Zum Schreiben angeregt wurde ich übrigens durch die Bücher einer bekannten und mittlerweile sehr erfolgreichen Mönchengladbacher Autorin.“ (Anm. d. Redaktion: Jutta Profijt – siehe auch HINDENBURGER, Februar 2010).

Durch sein Englisch-Studium ist Hans Georg Beckers erst richtig mit Literatur in Berührung gekommen. „Die Abenteuer von Sherlock Holmes und seines Freundes Dr. Watson des britischen Schriftstellers Sir Arthur Conan Doyle hatten es mir einst sehr angetan.“ Diese Wertschätzung und die Tatsache, dass Hans Georg Beckers als „Spätberufener“ seine Dissertation über einen katholischen Pfarrer aus Mönchengladbach, der im 19. Jahrhundert wirkte, schrieb, führten zu dem Entschluss, die historischen Kriminalgeschichten an und um die alte Abtei Gladbach spielen zu lassen. Auf diese Weise entstanden lesenswerte und faszinierende Abbilder der Zeit nach 1500.

Die Anhänger von Antonius und Ruprecht dürfen sich schon auf den Herbst 2011 freuen, wenn der höchstwahrscheinlich letzte Band um die beiden Protagonisten erscheint. „Was übrig bleibt“ spielt dann im Jahr 1518 und hat, wie der Titel verrät, etwas mit Reliquien zu tun.

Veröffentlichungen

„Fehlende Mönche“
Der Niederrhein Krimi 5 (2008), Verlag Matussek & Sohn, Nettetal

„Gefährliche Erinnerungen“
Der Niederrhein Krimi 6 (2009), Verlag Matussek & Sohn, Nettetal

„Tödlicher Wahn“
Der Niederrhein Krimi 7 (2010), Verlag Matussek & Sohn, Nettetal

Text: Martin Huth

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