Kultur

Debbie Schefoer

Poetischer Schlagabtausch mit Wörtern.

Unter ihrem Pseudonym Debbie Schefoer hat sich Rubina Schäfer, so ihr richtiger Name, schon weit über die Grenzen Mönchengladbachs als erfolgreiche Poetry Slammerin einen Namen gemacht. Als Poetry Slam (aus poetry engl. Dichtung und slam engl. zuschlagen) bezeichnet man einen Dichterwettstreit in vortragender Form mit gleichzeitig schauspielerischen Komponenten. Er entstand vor ca. 25 Jahren in den USA und ist seit den 90er-Jahren auch in Deutschland bekannt.

„Ein Poetry Slam ist ein Format, bei dem
man rauslassen kann, was man möchte.“

Im Gegensatz zu einer traditionellen Lesung stehen die Teilnehmer eines Poetry Slams untereinander im Wettbewerb, und das ausschließlich mit eigenen Beiträgen. Genau das ist die Welt der 19-jährigen Debbie Schefoer. „Hier darf alles zu Gehör gebracht werden“, erzählt die Gymnasiastin, „egal ob Lyrik, Prosa, Kabarett, Comedy oder sogar Rezepte, Hauptsache die Texte sind selbst verfasst und überschreiten beim freien Vortragen nicht das vor-gegebene Zeitlimit.“ Dabei darf nach Herzenslust geflüstert, geschrien, gegrölt, gejault oder gekeucht werden, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Requisiten, Kostüme oder Musikinstrumente sind generell nicht erlaubt. Zwischen den Vorträgen sorgen oft DJs oder Musiker für Stimmung. Bewertet werden die Vorträge, die in der Regel maximal fünf Minuten lang sein dürfen, entweder von einer Jury oder durch das Publikum.

Debbie Schefoer entdeckte vor über einem Jahr das Format Poetry Slam für sich. Motiviert wurde sie hierbei durch erfahrene Slammer, bei denen sie sich so einiges abschaute. „Bei einem Slam geht es nicht unbedingt ums Gewinnen, sondern im Vordergrund steht der Vortrag mit dem Rauslassen von Gefühlen und Emotionen. Man entscheidet selber, wie weit man dabei geht“, so die 19-Jährige, die sich momentan im Lernstress befindet und sich auf die Abiturprüfungen 2011 vorbereitet.

Lampenfieber kennt Debbie Schefoer nicht, die Tatsache, vor vielen Zuhörern zu stehen und Texte frei vorzutragen, bereitet ihr keinerlei Schwierigkeiten. Mimik und Gestik sind übrigens sehr wichtige Komponenten. Mit dem spröden Rezitieren, beispielsweise von Gedichten, hat ein Poetry Slam nichts zu tun, denn hier wird Literatur und Sprachkunst richtig lebendig.

Durch das Beobachten von Menschen, die Aufnahme von Gesprächsfetzen sowie den regen Kontakt zu anderen Slammern bekommt Debbie Schefoer die Inspiration für ihre Texte. Dass sie dennoch das Zeug zum Gewinnen hat, bewies sie unlängst, als sie sich für die Ruhr-Meisterschaften der unter 20-Jährigen am 10. November qualifizierte. Sollte sie in dieser Altersklasse unter die besten Vier kommen, darf sie sogar an den deutschen Meisterschaften teilnehmen.

Auch als Organisatorin und Gastgeberin wird das Mönchengladbacher Vortragstalent demnächst in Erscheinung treten. Im Dezember dieses Jahres veranstaltet Debbie Schefoer im Blauen Haus des Offenen Ateliers ihren eigenen Poetry Slam. Dabei werden nicht nur, wie allgemein vermutet, junge Zuhörer zugegen sein, zunehmend finden ebenfalls ältere Generationen Gefallen an Worten, die regelrecht ins Publikum „geknallt“ werden.

Weitere Informationen über Debbie Schefoer gibt es auch unter
www.offenes-atelier-mg.net

Text: Martin Huth · Foto: Hanan H.

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